| Jörg
Baier |
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Silke Baumann: Die unsichtbare Sonne Klaus Heid: Ideallandschaften zwischen Vergangenheit und Zukunft Fritz Emslander: Alte Meister, geblitzt. Oder: It’s all an illusion Jörg Baier: Ruines : Ruine des Ruines Meine Arbeitsweise könnte man als eine von der Imagination gesteuerte Suche beschreiben, vielleicht folgt sie auch einem kleptomanischen Begehren, mir fremdes Bildmaterial anzueignen und zu zerlegen um daraus neue, eigene Bildwelten zu konstruieren. Die (Kunst-) Geschichte wird als eine weite, mit Ruinen übersäte Ebene betrachtet, ohne dass dieser Anblick mit apokalyptischer Bedeutung aufgeladen wäre; ihre Gegenstände haben den Charakter eines Fundstücks, das sich für meine Kunst als wieder verwertbar und nützlich und insofern vergleichbar mit anderen Fundstücken erweisen könnte. Das beschreibt für mich einen Moment höchster Vitalität, in dem die Fragmente der Vergangenheit, neu geordnet, zu einem zweiten phantasmagorischen Leben geweckt werden können. 'Einzelne Naturmotive hat sich der Zeichner so gründlich angeeignet, dass sie kaum als Zitate (wieder) zu erkennen sind. Wo etwa ein mit Flechten besetzter, halb abgestorbener Baum der Donauschule oder die künstliche Garten-Natur des Rokoko mit ihren Wasserspielen noch als ferne kunsthistorische Erinnerungen nachklingen, sind diese hier aber in ganz eigenartig leuchtende Naturvisionen eingebunden.' (Zitiert aus: Fritz Emslander, Alte Meister, geblitzt Oder: It’s all an illusion) Das Motiv von Five years, ten years, maybe never extrahierte ich aus einer Malerei Fragonards, indem ich die kulissenartig rahmende Parklandschaft meinem Bild als zentrale Komposition zugrunde legte. Die pastelligen, weich verwischten Passagen greifen die abgehobene Atmosphäre in Fragonards Werk auf. Die artifizielle Raffinesse des Vor-Bilds wird einem Um- und Zersetzungsprozess unterzogen; das Ergebnis ist ein ziemlich löchriges Bild, das einem archäologischen Fragment gleicht. Die Collagen entstehen parallel zu den Zeichnungen. Material sind S-W fotokopierte Reproduktionen von Kunstwerken und andere, in den Printmedien gefundene Motive; auch Leerkopien oder Fotokopien unterschiedlich strukturierter Oberflächen finden Verwendung. Montiert ergeben sie eine eigenständige Syntax; an den Schnittkanten entstehen unscheinbare Konflikte, welche die unruhig-angespannte Dynamik der Bilder hervorrufen. Die Atmosphäre von Mit Gewalt oder durch Betrug ist durch die konzentrierte, hinter einander geschichtete Bildkomposition geprägt. Es ist eine bühnenhafte Komposition mit glatten Oberflächen, die in der Zweidimensionalität verhaftet bleibt und keinen sich ausdehnenden Raum öffnet. Den hier platzierten Requisiten ist Greifbarkeit und Schwere entzogen. Man könnte mit Ralph Ubl von einer 'exkarnierten Malerei' sprechen, deren unbelebte Kulissen eine erwartungsvolle Unruhe evozieren. Jörg Baier: Ruines : Ruine des Ruines (Version française) Cynthia Krell: Das Bielefelder Gefühl |
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